Jerusalemkirche

Kirche
Inhalt:

Die Jerusalemkirche, 1906/1907 am Westrand des Rüper Berges erbaut, ist mit ihrem Turm weit ins Land sichtbar.

Das Dorf Rüper, Ortsteil der Gemeinde Wendeburg, wird 1250 als Rubere erstmals erwähnt.1 Der nahegelegene Ort Wense, der kirchlich zu Rüper gehört, lässt sich einige Jahrzehnte früher nachweisen, nämlich 1187 als Wennenhusen.2 Rüper war Teil des Amtes Peine des Hochstifts Hildesheim (1523 Kleines Stift). Aufgrund der Bestimmungen im Reichsdeputationshauptschluss fiel Rüper 1803 mit dem gesamten Gebiet des Hochstifts Hildesheim an Preußen. Von 1807 bis 1813 gehörte das Dorf zum Landkanton Peine im Distrikt Braunschweig des Departements Oker im Kgr. Westphalen. Danach war es wieder Teil des Amtes Peine, zunächst im Kgr. Hannover, nach der Annexion von 1866 dann im Kgr. Preußen. 1885 kam Rüper zum neugegründeten Lkr. Peine, schloss sich 1965 der Samtgemeinde Wipshausen und 1974 der Großgemeinde Wendeburg an. Das noch immer landwirtschaftlich geprägte Bauerndorf3 hatte 1757 nur zehn Feuerstellen, 1848 insgesamt 118 Einwohner und 2017 gut 190.

Neue Kirche, Ansicht von Südwesten, Foto: Fritz Helbsing, Peine, um 1907

In der Urkunde, in der sich der erste schriftliche Beleg für Rüper findet, ist auch der Name eines Geistlichen überliefert, Reynardus sacerdos de Rubere.4 Erst gut hundert Jahre später lässt sich 1358 mit her Jan de perner van Winsen5 der erste Pfarrer in Wense nachweisen; er wird 1360 in einer lateinischen Urkunde erneut genannt, dort als Johannes rector ecclesie in Wensen.6 Vor 1451 soll ein Johann Bremer Pfarrer in Rüper gewesen sein.7 In Folge der Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523) musste Bf. Johannes IV. das Amt Peine 1526 an die Stadt Hildesheim verpfänden. Als der Schmalkaldische Bund 1542 den braunschweigischen Hzg. Heinrich den Jüngeren verdrängt hatte und der Rat der Stadt Hildesheim unter dem Schutz des Bundes das prot. Bekenntnis annahm, wurde damit auch Rüper luth. Möglicherweise wirkte mit P. Johann Knoke bereits um 1530 ein ev. Pfarrer in Rüper, der erste sicher als luth. belegte Geistliche war um 1552 P. Petrus Groningen. Von 1556 bis 1603 war das Amt Peine im Pfandbesitz des Hzg. Adolf von Schleswig, der 1561 eine Kirchenordnunge in baiden gerichten, Steurwoldt und Peine erließ.8 1603 gelang es dem Hildesheimer Bf. das Amt Peine einzulösen, er musste dabei jedoch auf die Bedingung eingehen, den Lutheranern ihre freie Religionsausübung zu lassen. Rüper blieb also luth., hatte nun jedoch einen kath. Landesherrn, zudem beanspruchten die Hzg. von Braunschweig-Wolfenbüttel im 16. und 17. Jh. die Jurisdiktion in geistlichen Angelegenheiten im Amt Peine.9 Ende der 1620er Jahre suchte der Hildesheimer Bf. trotz seiner anderslautenden Zusage das Amt Peine zu rekatholisieren, der luth. Geistliche wurde aus Rüper vertrieben und der kath. Priester Schäfer aus Woltorf versorgte das Dorf mit.10 Die gegenreformatorischen Bemühungen endeten 1633, als Truppen des Hzg. Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel die Stadt Peine eroberten. Mit P. Christoph Fabricius (amt. 1633-1640), Pfarrer im braunschweigischen Wendeburg, wirkte wieder ein Lutheraner in Rüper. Die Kirchenbücher setzen 1647 ein. Die Pfarre des Dorfes war hinsichtlich ihres Landbesitzes einer der kleinsten im Amt Peine und reichte nach zeitgenössischer Einschätzung im 18. Jh. kaum aus, um einen Pfarrer zu versorgen.11 Um 1783 ließ die Gemeinde ein neues Kirchenschiff errichten (der Turm blieb bestehen), 1841/42 entstand ein neues Pfarrhaus (Anfang der 1970er Jahre verkauft).

Neue Kirche, Blick zum Altar

Zwischen 1878 und 1895 war die Pfarrstelle vakant und unter P. Erich Bock (amt. 1895–1911) verwirklichte die KG einen Kirchenneubau. Angesichts der Baufälligkeit des alten Gebäudes richtete der KV 1897 einen Kirchenbaufond ein, beschloss 1900 den Neubau und feierte 1905 die Grundsteinlegung am Südhang des Rüper Bergs.12 Der Entwurf stammte von Konsistorialbaumeister Karl Mohrmann, 1907 konnte die KG den ersten GD in der neuen Jerusalemkirche feiern. Seit 1929 war die Pfarrstelle erneut vakant und in den folgenden Jahren mussten die Pfarrer aus Wipshausen, Dungelbeck oder Woltorf Rüper mit versorgen. Seit 1965 lag die Vertretung beim Pfarrer von Wipshausen und zum 1. Juli 1974 wurden die Pfarrstellen vereinigt und beide KG pfarramtlich verbunden.13 Im gleichen Jahr erwarb die KG das alte Schulhaus und ließ es später zum Gemeindehaus umbauen. Nach Restaurierungsarbeiten seit den 1990er Jahren entspricht die Ausmalung der Kirche wieder dem ursprünglichen Zustand. (Quelle: https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/rueper/)

Ausstattung & Merkmale

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