Glocken der St.-Jakobi-Kirche Peine
Der Klang der Geschichte
Hoch oben im Turm erzählt der Klang der Glocken der St.-Jakobi-Kirche in Peine von mehr als 100 Jahren Geschichte: Die drei Stahlglocken des Geläuts rufen zu Gottesdiensten und erklingen zu Geburten, Einschulungen, Hochzeiten und Beerdigungen. Die größte der Glocken der St.-Jakobi-Kirche in Peine wiegt 2,5 Tonnen und lässt sich doch von Hand in einem Glockenstuhl aus Peiner Trägern zum Schwingen bringen. „Geschenk des Peiner Walzwerks“ ist darauf zu lesen.
Eingeschmolzen für den ersten Weltkrieg
Noch bis ins Jahr 1917 bestand das Geläut der St.-Jakobi-Kirche aus zwei Bronzeglocken, die schon seit Jahrhunderten in der Vorgängerkirche auf dem Historischen Marktplatz erklangen. Beide mussten im Ersten Weltkrieg samt der Schlagglocken der Uhr für Rüstungszwecke abgegeben werden. Die Kirchengemeinde behalf sich mit einem Notgeläut aus zwei Stahlglocken, bevor im Jahr 1922 drei aus Spenden finanzierte neue Klangkörper eingebaut wurden – Platz genug gab es im Glockenstuhl der im Jahr 1899 fertiggestellten St.-Jakobi-Kirche.
Die neuen Gussstahlglocken mit einem Gesamtgewicht von rund fünf Tonnen fertigte der „Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation“. Für die größte von ihnen, das Geschenk des Peiner Walzwerks, lag der endgültige Spendenbetrag wegen der damaligen Inflation bei 130.000 Mark. So schwer die Zeiten damals waren, so sehr wurde der Klang der neuen Glocken gelobt, wie aus Berichten in einer unveröffentlichten Chronik der Kirchengemeinde hervorgeht.
Der Klang der Bronze verkündet die Zeit
Auch zwei neue Schlagglocken aus Stahlguss wurden angebracht. Weil diese nach knapp 70 Jahren dem Rost erlagen, beschaffte die Kirchengemeinde aus Spenden ihrer Mitglieder im Jahr 1990 zwei neue Bronzeglocken Die größere mit 90 Kilogramm Gewicht läutet zur vollen Stunde, die kleinere mit 55 Kilogramm zum Viertelstundenschlag. Wer übrigens auf dem Weg zum Glockenstuhl die rund 120 Stufen emporsteigt, entdeckt auf halber Höhe einen kleinen Schatz: Das mechanische, noch von Hand aufzuziehende Uhrwerk aus dem Jahr 1872, das schon in der alten Kirche zum Einsatz kam.
Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
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