Peiner Burgpark
Eine grüne Oase mit spannender Geschichte
Im Peiner Burgpark wird die Geschichte der Stadt Peine erlebbar: Zwar steht die Peiner Burg nicht mehr, doch eine Rekonstruktion per Augmented Reality und die restaurierten Gemäuer in der malerischen Parkanlage zeugen noch heute von der spannenden Historie der Festung. Betrachtet man die Geografie, stand hier vermutlich schon vor der ersten Jahrtausendwende eine befestigte Anlage zur Überwachung des damaligen Handelswegs über die Fuhsefurt. Der Burgberg an der Spitze einer Landzunge mit ausgedehnten Feuchtgebieten auf drei Seiten lag strategisch günstig und wuchs nach und nach durch Aufschüttungen an.
Wann genau die Peiner Burg begründet wurde, ist unklar – ein erster Hinweis könnte die urkundliche Nennung eines Berthold von Peine im Jahr 1130 sein, doch weder über seine Herkunft noch über seine Funktion in Peine ist Genaueres bekannt. Dessen Sohn und Nachfolger Ludolf wird im Jahr 1160 als Graf in einer Urkunde erwähnt und begleitete Heinrich den Löwen auf dessen Kriegszügen, schloss sich jedoch später den Staufern an. Als Heinrich der Löwe später die Burgen seiner abtrünnigen Gefolgsleute stürmte, wurde die Peiner Burg vollständig zerstört. Ludolf überlebte, arrangierte sich mit den Welfen und ließ die Burg neu aufbauen.
Die Peiner Burg blieb stark umkämpft
Nachdem Ludolf um das Jahr 1200 starb, ohne männliche Nachkommen zu hinterlassen, fielen die Grafschaft und die Burg Peine an Gunzelin von Wolfenbüttel, der im Jahr 1223 als Gründer der Stadt Peine in die Geschichte einging. Mehrfach hielt die Peiner Burg in den folgenden Jahrhunderten Belagerungen stand. Besonders während der Hildesheimer Stiftsfehde (1519 bis 1523) war die Burg stark umkämpft, wurde aber nie vollständig eingenommen.
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde die Peiner Burg im 17. Jahrhundert mit Eckbastionen und einem breiten Wassergraben zur Schlossfestung ausgebaut. Wie prachtvoll das Schloss in seiner größten Ausbaustufe aussah, lässt sich auch heute noch per Augmented Reality bewundern. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts verfiel die Bausubstanz mangels Instandhaltung. Nach der Annexion des Hochstiftes Hildesheim durch Preußen wurden die Gebäude Anfang des 19. Jahrhunderts nach und nach abgerissen und die Steine als Baumaterial verwendet. Nur der Burgbrunnen blieb als Relikt erhalten.
Wie aus einer Festung ein Park wurde
Die hannoverschen Behörden begannen, das Gelände zum Verwaltungszentrum mit Amtslokal und Gefängnis auszubauen. Dort entstand außerdem eine Dienstwohnung für Amtmann Dr. Johann Friedrich Ziegler. Dessen Nachkommen vermachten das Wohnhaus und das Grundstück der Stadt Peine. Das baufällig gewordene Gebäude musste abgerissen werden, das Grundstück ließ die Stadt zu einem Landschaftsgarten umgestalten und machte diesen im Jahr 1972 der Öffentlichkeit zugänglich.
In den Jahren 1998 bis 2000 entstand durch die Ausgrabung und Restaurierung der Reste der alten Befestigungsanlagen schließlich der heutige Burgpark: Teile der ehemaligen Gewölbe der Eckbastion (Kasematten) der Burg und der alten Schlossbrücke wurden freigelegt. Der „Amtmann-Ziegler-Garten“ wurde saniert und durch einen „Park der Sinne“ – unter anderem mit Summstein und Klangsäule – bereichert. So verbindet der Burgpark Vergangenheit und Gegenwart und macht ein Stück Peiner Geschichte für alle erlebbar.
Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
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