Uhlinchen und das Farbgeheinmis von Peine
Huhuu, liebe Kinder!
Hier ist wieder euer Uhlinchen – Peines schlaue Eule, Dachfirst-Detektivin und Spezialistin für Dinge, die man erst beim zweiten Hinsehen entdeckt.
Im Februar flog ich über Peine und seufzte ein kleines bisschen. Der meiste Schnee war weg. Aber bunt war es trotzdem noch nicht. Alles wirkte grau, kalt und ein bisschen müde. „Na toll“, murmelte ich und landete auf einem Dach. „Ist der Winter jetzt einfach nur farblos?“
Da fiel mein Blick auf die St.-Jakobi-Kirche Peine. Von außen sah sie still aus. Alt. Und – ich sag’s ehrlich – ziemlich grau. „Du siehst ja aus, als könntest du ein bisschen Farbe gebrauchen“, sagte ich frech und flatterte hinauf zum Turm.
Oben drehte sich jemand im Wind.
„Na, wer bist denn du?“, rief ich.
„Ich?“, krähte es metallisch. „Ich bin der Wetterhahn.“
Ich blinzelte. „Moment mal… dich kenne ich doch!“
„Natürlich“, sagte er stolz. „Ich war lange weg. Und erst 2025 bin ich wieder hier oben gelandet.“
„Aha“, sagte ich langsam.
„Wenn du wissen willst, was hier wirklich los ist – geh rein“, antwortete der Wetterhahn und drehte sich knarrend im Wind
Rein? Ich rutschte die große Tür entlang nach unten und drückte vorsichtig. Sie ging auf.
Drinnen war es ruhig. Ich setzte mich auf eine Bank. Und genau in diesem Moment schob sich die Sonne kurz hinter den Wolken hervor – nur für einen Augenblick. Plötzlich fiel Licht durch die bunten Fenster. Farben tauchten auf. Rot. Blau. Gold. Wie geheime Flecken, die nur sichtbar werden, wenn das Licht genau richtig steht.
Ich riss die Augen auf. „Also bitte! Das versteckt ihr hier einfach so?“
Ich flatterte näher heran und schaute genauer hin. Und da sah ich sie. In den großen Wandmalereien versteckten sich Tiere. Ein kleines hier. Ein anderes dort. Ich kletterte höher, drehte den Kopf, blinzelte. „Seid ihr schon immer hier gewesen?“
Liebe Kinder – wenn ihr dort seid, müsst ihr unbedingt selbst suchen. Ich verrate euch nicht, wie viele Tiere ich entdeckt habe.
In diesem Moment hörte ich Schritte. „Na, Uhlinchen?“, sagte eine freundliche Stimme. Es war die Kirchenaufsicht. „Ihr passt hier auf, oder?“, fragte ich neugierig.
„Genau“, sagte sie. „Wir erklären auch gern, was es hier alles zu entdecken gibt.“
„Zum Beispiel die Farben?“
Sie nickte. „Die waren lange übermalt. Erst vor einigen Jahren wurden sie wieder freigelegt.“
„Also waren die Farben die ganze Zeit da“, sagte ich leise.
„Genau.“
„Und das hier?“, fragte ich und hüpfte zum Taufbecken.
„Über 400 Jahre alt.“
Ich pfiff durch den Schnabel. „Das ist älter als mein ältester Eulenwitz.“
„Und oben im Turm“, fuhr sie fort, „gibt es einen Aufgang. Zur Weihnachtszeit spielen dort die Turmbläser über die Stadt.“
Ich stellte mir vor, wie Musik über die Dächer weht und selbst der Winter kurz zuhört.
„Und wann darf man hier eigentlich rein?“
„Meist zwischen Ostern und Weihnachten ist die Kirche geöffnet“, erklärte sie. „Manchmal auch darüber hinaus.“
Ich nickte. Wenn ihr beim nächsten Stadtbummel hier vorbeikommt, probiert vorsichtig aus, ob die Tür offen ist. Und wenn nicht, könnt ihr im Gemeindebüro nachfragen.
Als ich wieder nach draußen flatterte, drehte sich der Wetterhahn zu mir. „Na?“
Ich grinste. „Du hattest recht. Von außen sieht man ihr das Farbengeheimnis gar nicht an.“
Ein paar Tage später flog ich über den Historischen Marktplatz und entdeckte Linien im Pflaster. „Was ist das denn?“, murmelte ich und landete mitten darauf.
„Ah, Uhlinchen!“, sagte eine vertraute Stimme.
Neben mir stand Sylvia, die Stadtführerin. Sie weiß unglaublich viel über Peine – besonders über die Kirchen. So viel, dass sie sogar Stadtführungen macht. Auch für Kinder.
„Was sind das für Linien?“, fragte ich.
Sylvia lächelte. „Hier stand früher einmal die erste Kirche von Peine. Lange bevor die heutige Jakobi-Kirche gebaut wurde.“
Ich blinzelte. „Also stehe ich gerade mitten in einer unsichtbaren Kirche?“
„Ganz genau“, sagte Sylvia. „Manchmal bleiben nur Spuren.“
„Und du weißt das alles einfach so?“
Sie lachte. „Dafür bin ich doch Stadtführerin.“
„Stimmt“, sagte ich. „Und manchmal verkleidest du dich doch auch.“
Sylvia grinste. „Als Burgdame.“
„Oh ja!“, rief ich begeistert. „Und dann erzählst du von der Peiner Burg.“
„Genau. Die gibt es heute zwar nicht mehr – aber man kann sie in virtueller Realität wieder erleben.“
Ich riss die Augen auf. „Eine Burg, die man sehen kann, obwohl sie nicht mehr da ist?“
Sylvia zwinkerte. „Das ist allerdings eine andere Geschichte.“
Ich sah noch einmal auf die Linien im Pflaster, dann hinüber zur Kirche und schließlich hinauf zum Wetterhahn.
Manchmal sieht alles grau aus.
Manchmal scheint nichts Besonderes zu passieren.
Und manchmal muss man einfach hineingehen, genauer hinschauen oder jemanden fragen, der sich auskennt.
Bis zum nächsten Abenteuer, ihr Farbensucher!
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