Uhlinchen und der bunteste Brunnen von Peine
Hallo liebe Kinder,
heute erzähle ich euch eine Geschichte vom Marktplatz in Peine. Ich sitze nämlich gerade auf der Schulter von Friedrich von Bodenstedt und beobachte den Brunnen.
Von hier habe ich den allerbesten Blick. Und ich kann euch verraten: Bald wird es hier richtig bunt.
Aber alles der Reihe nach.
Ich beugte mich ein bisschen zu Friedrich hinunter und fragte:
„Na, Friedrich, weißt du eigentlich, was hier bald passiert?“
Der alte Dichter unter mir schaute wie immer gelassen über den Platz. Schließlich sitzt er hier schon viele Jahre und hat schon viele Feste, Märkte und fröhliche Tage erlebt.
„Natürlich weiß ich das“, brummte er schließlich. „Der Osterbrunnen.“
Ich grinste zufrieden.
„Ganz genau!“
Im Januar war ich nämlich schon einmal bei Peine Marketing zu Besuch gewesen und habe neugierig in die große Jahresplanung geschaut. Da stehen lauter spannende Dinge drin. Märkte, Musik, Feste – und plötzlich blieb mein Blick an einem Wort hängen:
Osterbrunnen.
„Was soll das denn sein?“, hatte ich mich damals gefragt.
Also habe ich nachgefragt. Und inzwischen weiß ich: Der Brauch der Osterbrunnen ist schon sehr supereulenmegaalt. In Peine gibt es ihn seit über 35 Jahren. Immer zur Osterzeit wird der Brunnen auf dem Marktplatz geschmückt. Damit wollten die Menschen Danke sagen – für das Wasser, für den Frühling und dafür, dass die Natur wieder überall zum Leben erwacht.
„Und jedes Jahr hilft ein anderer Kindergarten dabei“, erklärte ich Friedrich.
„Das ist eine schöne Idee“, sagte er.
„Finde ich auch!“
In diesem Jahr sind die Kinder der Kindertagesstätte Regenbogen aus Rosenthal an der Reihe. Und die bereiten sich schon seit Wochen darauf vor. Im Kindergarten wird gemalt, gebastelt und überlegt, wie die Ostereier aussehen sollen. Überall stehen Pinsel. Überall Farben. Überall kleine, bunte Finger.
„Und ich habe auch Eier bemalt“, sagte ich stolz.
Friedrich hob eine Augenbraue. „Mit den Kindern?“
„Nein“, sagte ich schnell. „Ich wollte ihnen ja nicht im Weg herumflattern.“
Außerdem… ähm… …mein erstes Ei ist mir runtergefallen.
Plopp.
Es machte ein sehr un-eulenhaftes Geräusch auf dem Tisch und sah danach eher aus wie ein sehr bunter Pfannkuchen.
Friedrich musste lachen. Ein ganz leises Dichterlachen.
„Aber mein zweites Ei ist wunderschön geworden“, sagte ich schnell. „Mit Punkten. Und Linien. Und… noch mehr Punkten.“
Ich habe außerdem mein Gefieder besonders gründlich gestriegelt, denn wenn so viele Kinder auf den Marktplatz kommen, möchte ich natürlich ordentlich aussehen.
Und ich habe noch etwas Wichtiges erledigt. Ich bin nämlich kurz zum Peiner Wetterbüro geflogen. Also… eigentlich gibt es kein echtes Wetterbüro. Aber ich kenne da eine sehr zuverlässige Frühlingswolke, die manchmal über Peine vorbeizieht.
„Hör mal“, habe ich ihr gesagt, „am 21. März brauchen wir unbedingt Sonne.“
Die Wolke hat ein bisschen überlegt und dann gesagt: „Ich versuche es.“
Sehr gut. Auftrag erledigt.
„Und auf dem Marktplatz wird auch schon alles vorbereitet“, erzählte ich Friedrich weiter.
Denn bevor überhaupt ein Ei am Brunnen hängen kann, kommen zuerst starke Männer, die ein großes Metallgerüst über den Brunnen bauen. Ohne dieses Gerüst könnten die vielen bunten Ostereier gar nicht aufgehängt werden.
Dann sind ganz viele helfende Hände unterwegs. Menschen planen, tragen, dekorieren und sorgen dafür, dass Kinder und Familien einen fröhlichen Vormittag auf dem Marktplatz erleben können. Denn es gibt Kuchen und Spiele und vielleicht wird auch etwas gebastelt.
„Und selbst im Rathaus wird gearbeitet“, sagte ich.
Friedrich nickte.
Der Bürgermeister – beziehungsweise Elke, seine Vertretung – muss nämlich noch eine schöne Rede vorbereiten. Schließlich soll jemand offiziell sagen: „Der Frühling ist jetzt in Peine angekommen.“
Ich schaute wieder nach unten zum Brunnen. Noch war alles ruhig. Der Brunnen plätscherte leise vor sich hin.
„Komisch“, sagte ich nachdenklich.
„Was denn?“, fragte Friedrich.
„Der Brunnen sieht gerade ganz normal aus.“
„Ja.“
Ich legte den Kopf schief.
„Und in ein paar Tagen hängen dort hunderte bunte Eier.“
„Auch das stimmt.“
Ich überlegte einen Moment.
Dann fiel es mir plötzlich auf.
„Moment mal!“, rief ich.
„Was ist denn jetzt wieder los, Uhlinchen?“
Ich flatterte kurz über den Brunnen und setzte mich wieder auf Friedrichs Schulter.
„Jetzt verstehe ich das!“
„Was denn?“
„Der Brunnen ist gar nicht das Wichtigste!“
Friedrich schaute mich neugierig an.
„Sondern?“
Ich breitete meine Flügel aus und zeigte über den Marktplatz.
„Die Menschen! Die Kinder, die wochenlang Eier bemalen. Die starken Männer, die das Gerüst aufbauen. Die vielen Helfer, die alles vorbereiten.“ Ich grinste. „Und eine kleine Eule, die das Wetter bestellt.“
Friedrich nickte. „Genau deshalb mögen die Menschen diesen Brauch so sehr“, sagte er.
Ich schaute noch einmal über den Marktplatz. Bald wird er voller Kinder sein. Voller Farben. Voller Lachen. Und deshalb habe ich eine wichtige Aufgabe für euch: Alle Kinder in Peine müssen jetzt ihre Eltern schnappen! Zieht sie am Ärmel. Zieht sie an der Jacke. Oder ruft einfach: „Kommt schnell zum Marktplatz!“
Denn am Samstag, den 21. März 2026 um 11 Uhr wird der Osterbrunnen geschmückt.
Und wisst ihr was?
Ich werde auch da sein.
Vielleicht sitze ich auf dem Brunnen. Oder auf einer Laterne. Oder wieder auf Friedrichs Schulter.
Also haltet die Augen offen. Ich freue mich schon auf euch, auf die bunten Eier, auf den Frühling.
Und ganz ehrlich …
… ein kleines bisschen auch auf den Kuchen.
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