Lesezeit:

* Foto: AI Modified

Kinderblogger Uhlinchen und die Farben des Herbstes

 

Hallo, ihr Lieben!
 

Ist euch eigentlich schon einmal aufgefallen, wie sehr sich Peine verändert, wenn langsam der Herbst kommt?

Ich meine nicht nur, dass morgens plötzlich alle wieder Jacken tragen und man besser zweimal überlegt, ob man ohne Regenschirm aus dem Haus geht. Ich meine die Farben. Überall tauchen auf einmal Gelb, Orange, Rot und Braun auf, die ersten Blätter segeln von den Bäumen und wenn der Wind über den Historischen Marktplatz pustet, flitzt manchmal eines quer über das Pflaster, als hätte es einen ganz wichtigen Termin.

Neulich saß ich genau dort und beobachtete so ein Blatt.

Ich hob es auf, betrachtete es von allen Seiten und hatte plötzlich eine großartige Idee: Ich male den Herbst in Peine!

Also besorgte ich mir Papier und Stifte, suchte mir einen schönen Platz auf einer Bank auf dem Historischen Marktplatz und fing an. Zuerst malte ich das gelbe Blatt. Daneben kam ein rotes Blatt.  Dann ein oranges. Weil mir das noch ein bisschen wenig vorkam, malte ich einen Kürbis dazu. Einen ziemlich großen sogar, denn Kürbisse sehen schließlich sehr nach Herbst aus.

Ich hielt mein Bild hoch und betrachtete es. Irgendetwas fehlte. Vielleicht Peine? Also malte ich noch das Alte Rathaus dazu. Zumindest versuchte ich es. Das Ergebnis sah ein bisschen so aus, als hätte sich das Rathaus zur Seite gelehnt, aber ich fand, man konnte durchaus erkennen, was gemeint war.

Ich schaute wieder auf mein Bild: Blätter. Kürbis. Rathaus. Eigentlich war alles da. Und trotzdem gefiel es mir nicht.

„Das soll also der schönste Herbst in Peine sein?“, murmelte ich.

„Was fehlt denn noch?“

„Wenn ich das wüsste!“

Moment.

Ich drehte langsam den Kopf.

Neben mir saß Gustav Schmidt. Nun müsst ihr wissen: Gustav Schmidt war ein Peiner Künstler. Er wurde hier in Peine geboren, studierte Kunst und wurde später Maler, Grafiker und Bildhauer. Heute könnt ihr ihn sogar mitten auf dem Historischen Marktplatz treffen.

Na ja, zumindest fast.

Denn dort steht die Gustav-Schmidt-Bank. Gustav sitzt als Figur darauf und neben ihm steht ein großer Bilderrahmen. Wenn ihr die Bank noch nicht kennt, müsst ihr bei eurem nächsten Besuch auf dem Marktplatz unbedingt einmal nach ihr Ausschau halten. Ihr könnt euch sogar zu Gustav setzen.

Normalerweise allerdings redet er nicht.

„Hast du gerade mit mir gesprochen?“, fragte ich Gustav.

„Du hast doch eine Frage gestellt.“

„Ja, aber nicht dir!“

„Dann solltest du vielleicht nicht neben einem Künstler sitzen und laut über ein Bild schimpfen.“

Da hatte er irgendwie recht. Und wenn auf einmal ein berühmter Peiner Künstler mit einem spricht, sollte man die Gelegenheit vermutlich nutzen. Also hielt ich Gustav mein Bild hin.

„Das hier soll der Herbst in Peine werden.“

Gustav betrachtete es eine Weile.

„Ich sehe Blätter.“

„Richtig.“

„Einen Kürbis.“

„Auch richtig.“

„Und das dort hinten soll vermutlich das Alte Rathaus sein.“

Ich zog das Bild schnell ein Stück zurück.

„Natürlich ist das das Alte Rathaus!“

„Natürlich.“

„Aber irgendetwas fehlt“, erklärte ich. „Ich möchte den schönsten Herbst in Peine malen. Einen, bei dem jeder sofort sagt: Genau so sieht der Herbst bei uns aus!“

Gustav sagte erst einmal gar nichts.

Stattdessen zeigte er auf den Historischen Marktplatz vor uns.

„Was siehst du?“

Ich schaute mich um.

„Den Marktplatz.“

„Das sehe ich auch. Was noch?“

Jetzt schaute ich genauer hin.

Ich sah Menschen, die über den Platz liefen. Ich sah ein paar Blätter, die der Wind vor sich hertrieb, die Häuser rund um den Marktplatz und natürlich das Alte Rathaus.

„Und jetzt stell dir vor, hier würden zehn Kinder sitzen“, sagte Gustav. „Jedes von ihnen bekommt ein weißes Blatt Papier und soll genau diesen Marktplatz malen. Glaubst du, am Ende hätten wir zehn gleiche Bilder?“

Ich überlegte.

Natürlich nicht.

Vielleicht würde ein Kind das Rathaus besonders groß malen, weil es ihm am besten gefällt. Ein anderes würde sich nur für den Baum mit den bunten Blättern interessieren. Vielleicht würde jemand einen Hund entdecken und unbedingt den aufs Bild bringen. Ein anderes Kind würde den ganzen Himmel orange malen, obwohl er gerade überhaupt nicht orange war.

Und ganz bestimmt würde mindestens ein Kind eine Eule malen.

„Hoffentlich“, sagte ich. „Sonst wäre ich schon ein bisschen beleidigt.“

Gustav lachte.

Dann nahm ich mein Bild noch einmal in die Hand. Langsam verstand ich, was er meinte.

„Du meinst, es gibt gar nicht den Herbst in Peine?“

„Wie sieht denn dein Herbst aus?“, fragte Gustav zurück.

Das war gar nicht so leicht.

Für mich gehört das Rascheln der Blätter dazu, wenn ich durch den Burgpark fliege. Die Kastanien, die auf den Wegen liegen. Ein windiger Tag auf dem Marktplatz. Dicke Jacken. Pfützen. Vielleicht ein Kürbis vor einer Haustür. Und ein riesiger Blätterhaufen wäre auch nicht schlecht. Am besten einer, in den man hineinspringen kann.

Ich schaute Gustav an. Dann schaute ich auf mein Bild. Dann wieder zu Gustav. Und plötzlich hatte ich eine Idee.

Eine richtig gute.

„Gustav!“

„Ja?“

„Ich brauche gar nicht den schönsten Herbst in Peine.“

„Nein?“

„Ich brauche ganz viele!“

Warum sollte schließlich nur ich versuchen, den Herbst in Peine zu malen, wenn es in unserer Stadt so viele kleine Künstler gibt?

Und deshalb seid ihr jetzt gefragt!

Malt mir euren Herbst in Peine!

Ich möchte wissen, wie ihr den Herbst in unserer Stadt seht. Vielleicht ist euer Herbst ein Spaziergang durch den Burgpark, bei dem überall bunte Blätter liegen. Vielleicht sammelt ihr Kastanien, springt mit Gummistiefeln in Pfützen oder lasst einen Drachen steigen. Vielleicht mögt ihr einen ganz bestimmten Ort in Peine im Herbst besonders gern. Vielleicht malt ihr einen riesigen Kürbis mitten auf den Historischen Marktplatz.

Ihr dürft malen, zeichnen, pinseln und euch austoben, denn Gustav hat mir schließlich gerade erklärt, dass nicht jeder den Herbst gleich sieht. Und genau deshalb möchte ich euren sehen.

Das Beste daran ist: Eure Kunstwerke landen anschließend nicht irgendwo in einer Schublade.

Am Freitag, 16. Oktober 2026, findet auf dem Historischen Marktplatz der Feierabendmarkt „Herbstklang & Goldener Zauber“ statt. Und dort passiert etwas, worauf ich mich jetzt schon riesig freue: Mit euren Bildern entsteht Uhlinchens persönliche Herbstgalerie rund um den Historischen Brunnen!

Alle eingereichten Kunstwerke, die Bilder können bis Samstag, 10. Oktober 2026, in der Tourist-Information von Peine Marketing abgegeben werden, bekommen einen Platz auf dem Marktplatz und werden dort ausgestellt. Aus vielen verschiedenen Bildern, Farben und Ideen entsteht so eine große Herbstgalerie mitten in Peine.

Und weil ihr schließlich die Künstler seid, bekommt jeder von euch für sein Kunstwerk auch eine kleine Überraschung.

Aber damit nicht genug.

Ich komme natürlich auch! Um 15.00 Uhr könnt ihr mich am Brunnen treffen.

So machst du mit!

Mitmachen lohnt sich!
Alle kleinen Künstlerinnen und Künstler bekommen als Dankeschön eine kleine Überraschung.
Und Uhlinchen? Das kommt natürlich um 15 Uhr persönlich vorbei und schaut sich seine Herbstgalerie an!
 

Kontakt